Planungs-Checkliste
Vision Industry Schockfroster.
Technische Bestandsaufnahme für Architekten, Fachplaner und Fachhandel. Von der Standortprüfung über die Türanordnung bis zur Auslegung von CO₂-Zentralkälteanlagen mit Wurm-, Carel- oder Danfoss-Regelung. Wir dimensionieren Ihr System gemeinsam mit dem Coldline-Werk.
Für wen diese Checkliste gemacht ist.
Bäckereien, Konditoreien & Hotelküchen
Teiglinge gärschocken, Croissants nach dem Backen abkühlen, große Wagenmengen pro Zyklus. Wagen-Einfahr-Systeme mit Bodenrampen oder bündigem Einbau.
Krankenhäuser, Caterer & Kochzentren
Pass-Through-Konfiguration trennt Schwarz-/Weißbereich für HACCP-konforme Prozesse. Beladung von Produktionsseite, Entnahme von Ausgabeseite. Cook & Chill für Schichtbetriebe.
Schockfroster-Installation
richtig planen.
Warum ist der Boden-Isolations-Standard so hoch?+
Ein gewöhnlicher Fliesenboden verliert bei den massiven Temperaturwechseln (+90 °C / −40 °C) seine Bindung. Die Feuchtigkeit im Beton gefriert, dehnt sich aus und sprengt das Material von innen auf. Eine professionelle Isolierung schützt die Bausubstanz vor diesem „Zerbröseln" und ist bei Tiefkühlzyklen unverzichtbar.
Wann wird ein bündiger Einbau empfohlen?+
Bei allen Projekten mit flüssigen Medien (Suppen, Saucen, Cremes) ist ein bündiger Boden Pflicht, um Erschütterungen beim Überfahren von Rampenkanten zu vermeiden. Bei Festprodukten kann alternativ eine Rampe gewählt werden.
Was ist der Unterschied zwischen 100 mm und 20 mm Boden?+
Der 100 mm-Boden bietet hervorragende Wärmedämmung und ist für alle Zyklen — inklusive Tiefkühlung — geeignet. Der 20 mm-Boden bietet gute Dämmung, ist aber nicht für Tiefkühlzyklen empfohlen und eignet sich primär für reine Schnellkühlung.
Mindest-Raumhöhe für Vision Industry Schockfroster?+
Die Mindest-Innenhöhe des Aufstellungsraums beträgt 2.800 mm (Unterkante Decke). Bei montierten Gebläsekühlern (Standard bis Modell W100) ist die Gesamthöhe ca. 2.550 mm. Bitte prüfen Sie Zugangstüren und Flurbreiten für die Anlieferung.
Warum R744 (CO₂) als Kältemittel?+
CO₂ (R744) ist ein natürliches Kältemittel mit dem niedrigsten GWP-Wert (Global Warming Potential = 1) und Sicherheitsklasse A1 (nicht-brennbar). Es ist zukunftssicher gegenüber der F-Gas-Verordnung und wird von Coldline als Premium-Option für alle Vision Industry Modelle angeboten — ideal für Zentralkühlanlagen in Verbund-Architektur.
Wann lohnt sich CO₂-Zentralkälte gegenüber Einzelaggregaten?+
Eine CO₂-Verbundanlage rechnet sich typischerweise bei einer Gesamt-Kälteleistung ab ca. 30–50 kW oder wenn mehrere Verbraucher (Normalkühlung, Tiefkühlung, Schockfrosten) zentral versorgt werden sollen. Vorteile: niedrigere Wartungskosten, hohe Effizienz (mit Parallelverdichtung und Ejektoren oft besser als R404a), F-Gas-Sicherheit, integrierbare Wärmerückgewinnung für Warmwasser/Heizung. Nachteilig sind die höheren Investitionskosten und der PED-Cat-IV-Dokumentationsaufwand.
Wurm, Carel oder Danfoss — welche Regelplattform für CO₂?+
Alle drei sind in transkritischen CO₂-Anlagen etabliert, unterscheiden sich aber in Schwerpunkten: Wurm HCO2-G4 (Remscheid) ist in Deutschland weit verbreitet, stark in Verbundsteuerung mit Parallelverdichtung und Ejektoren, plus FRIGODATA ONLINE 2.0 (BAFA-förderfähig, ISO 50001-tauglich). Carel pCO5+/c.pCO/BOSS (Italien) ist oft die werksseitige Standardausstattung bei Coldline, mit BOSS-Supervisor für Multi-Site-Betreiber. Danfoss AK-PC 782A (Dänemark) deckt MT, LT und Parallel in einer Pack-Einheit ab und bietet Adaptive Liquid Control. Die Wahl hängt typischerweise vom bestehenden Bestand und dem Kälteanlagenbauer ab.
EN 378 — welche Sicherheitsmaßnahmen sind bei CO₂ Pflicht?+
EN 378:2018 (in Revision als prEN 378:2025) regelt Sicherheit und Umweltanforderungen für Kälteanlagen. Bei CO₂-Anlagen relevant: PED Cat IV durch Hochdruck (transkritisch bis ca. 120 bar). CO₂-Detektoren MÜSSEN bodennah platziert werden, weil CO₂ schwerer als Luft ist (gleiches gilt für mechanische Notlüftung). Vorwarnung typisch bei 1500 ppm, Alarm + Notabschaltung bei 5000 ppm (8h-TWA-Grenze). Die Sicherheitsabblaseleitung muss so dimensioniert sein, dass keine Trockeneis-Blockade entsteht (CO₂-Triple-Point: −56,6 °C bei 5,2 bar). Maschinenraum erfordert mechanische Lüftung nach EN 378-3, Notabschaltung außerhalb des Raums.
Adiabatische Gaskühler-Kühlung — bei deutschem Klima sinnvoll?+
Ja, deutlich. Transkritische CO₂-Anlagen verlieren oberhalb von ca. 28 °C Außentemperatur stark an Effizienz, weil der Gaskühler-Austritt nicht mehr ausreichend unterkühlt. Sommer mit >32 °C kommen in Deutschland mittlerweile regelmäßig vor. Adiabatische Vorkühlung (Wassersprüh- oder Pad-System vor dem Gaskühler) senkt die Lufteintrittstemperatur um 5–10 K und hält die Anlage im subkritischen Bereich — Effizienzgewinne von 15–30 % im Sommerbetrieb sind realistisch. Wasserverbrauch ist moderat (intermittent betrieben).