Coldline Kühltische
Saladetten & Belegstationen. Der Posten, an dem die Mise en place liegen bleibt.
Ein Kühltisch mit gekühltem Top ist kein Lagerplatz, sondern ein Arbeitsplatz. Wie er geschnitten wird — Beckenraster, Aufbauhöhe, Tiefe, Deckel — entscheidet über Taktzeit, Nachfüllrhythmus und darüber, ob die Vorbereitung abends im Tisch bleiben darf.
- GN1/3 · GN1/6Zwei Beckenraster für zwei Taktzeiten
- 700 · 800 mmGN-Tiefe oder EN-Tiefe für Blechlogistik
- 650–760 mmSechs Korpushöhen für den Bestandsanschluss
- Klimaklasse 5Temperaturhaltung bei 40 °C Umgebung
Anwendung 01
Der Salat- und Bowl-Posten.
Der eigentliche Gewinn einer Saladette zeigt sich nicht mittags, sondern abends. Mit geschlossenem Deckel läuft die Kühlung im Top weiter — die vorbereiteten Komponenten bleiben im Tisch, statt ins Kühlhaus umgefüllt und morgens zurückgeräumt zu werden. Das spart pro Tag zwei Handgriffe an jedem einzelnen Behälter.
Coldline baut die Saladette dabei um das Rezept herum, nicht umgekehrt: Die Öffnung in der Arbeitsplatte und die Beckenaufteilung sind konfigurierbar. Wer sechs Komponenten in gleicher Menge führt, bekommt ein anderes Raster als ein Betrieb mit zwei Basiszutaten und zwölf Toppings.

Das Detail, das im Katalog untergeht
Die oberste Schublade der Saladette lässt sich konstruktiv nicht öffnen. Das ist kein Mangel, sondern Absicht: Der Raum darüber bleibt frei, damit von oben Tabletts und Behälter eingeschoben werden können. Wer das nicht weiß, bestellt eine Schubladenkonfiguration, die den eigenen Ablauf blockiert.
Deckel oder offen
Ohne Deckel, mit Deckel, mit Spritzschutzplatte oder mit Granitdeckel. Die Entscheidung folgt der Hygienevorgabe und dem Gästekontakt — nicht dem Preis. Nur die Deckelvariante erlaubt die Lagerung über Nacht im Tisch.
Anwendung 01·1
Öffnung nach Maß
Die Öffnung in der Arbeitsplatte ist kein Katalogmaß. Sie wird nach Rezeptur, Arbeitsablauf und bauseitiger Vorgabe festgelegt. Je Türanzahl gibt es ein Maximalmaß — jedes kleinere Maß darunter ist möglich, ohne Aufpreis.
| Türen | Maximaler Ausschnitt (B × T) |
|---|---|
| 1 Tür | 310 × 515 mm |
| 2 Türen | 820 × 515 mm |
| 3 Türen | 1300 × 515 mm |
| 4 Türen | 1780 × 515 mm |
Maße der Innenwanne. Kleinere Ausschnitte, eine versetzte Lage oder eine Aufteilung nach Rezeptur statt nach GN-Raster sind ohne Aufpreis möglich.
Ablauf bis zur Lieferung
Vor der Produktionsfreigabe erhalten Sie eine technische Zeichnung mit dem konkreten Ausschnitt zur Abstimmung. Erst nach Ihrer Freigabe geht das Gerät in Fertigung. Die Lieferzeit liegt danach in der Regel bei drei bis vier Wochen.
Anwendung 02
Die Belegstrecke: GN1/3 oder GN1/6?
Das ist die Entscheidung, an der die Belegstation steht oder fällt — und sie ist keine technische, sondern eine Frage von Taktzeit und Personaleinsatz. Beide Raster sind lieferbar, beide sind richtig, aber für verschiedene Betriebe.

GN1/6 — flacher Aufbau
Rund 230 mm über der Arbeitsplatte. Freier Blick über den Tisch hinweg, viele kleine Komponenten dicht nebeneinander, kurze Greifwege. Die Wahl für Bowls, Sandwiches und Konzepte mit hoher Toppingzahl. Gegenrechnung: geringeres Volumen je Behälter, also häufigeres Nachfüllen.
GN1/3 — hoher Aufbau
Rund 380 mm über der Arbeitsplatte. Deutlich mehr Volumen je Komponente und damit längere Standzeit zwischen den Nachfüllvorgängen. Die Wahl für wenige Komponenten in großer Menge und für Betriebe, die im Stoßgeschäft niemanden zum Nachfüllen abstellen können.
Was im Aufbau steckt
Der gekühlte Aufbau der Prep-Station ist keine passive Wanne. Ein Ventilator zieht Luft aus dem gekühlten Unterbau nach oben, Luftleitbleche verteilen sie über die Behälterreihe, ein schräg abfallender Boden führt Kondensat ab, statt es stehen zu lassen. Deshalb hält der Aufbau seine Temperatur auch dann, wenn der Deckel im Betrieb offen bleibt.
Arbeitsabläufe absichern
Die Abdeckung erlaubt auch hier die Nachtlagerung im Gerät. In Betrieben mit wechselndem Personal ist das der Punkt, der die Vorbereitung reproduzierbar macht: Der Posten steht morgens so da, wie er abends verlassen wurde.
Anwendung 03
Kalte Küche, Bankett, Catering.
Sobald die Vorbereitung in Blechen läuft und nicht in GN-Behältern, wechselt die Tiefe. Die 800-mm-Ausführung nimmt EN 60×40 auf und koppelt die Belegstation damit an dieselbe Logistik, die Konditorei, Bäckerei und Produktionsküche ohnehin fahren — ein Blechformat vom Kühlhaus bis zum Posten, kein Umsetzen.
- 700 mm GN-Tiefe — Anschluss an GN 1/1, die übliche Wahl in Restaurantküchen und im À-la-carte-Betrieb.
- 800 mm EN-Tiefe — Anschluss an EN 60×40, die Wahl überall dort, wo Bleche das Transportmittel sind.
- Granit statt Edelstahl — wenn direkt auf der Platte verarbeitet wird und nicht auf dem Brett.
Die Tiefenentscheidung ist die einzige auf dieser Seite, die sich nachträglich nicht korrigieren lässt. Sie sollte vor der Küchenplanung fallen, nicht danach.
Anwendung 04
Frontcooking und gästesichtbare Posten.
Der häufigste Reklamationsgrund bei Belegtischen ist kein Defekt, sondern der Standort: Ein Gerät direkt neben Induktion, Grill oder Fritteuse arbeitet gegen eine Umgebungstemperatur, für die es nicht ausgelegt wurde. Genau hier zählt eine Kennzahl, die im Verkaufsgespräch selten fällt.
Klimaklasse 5, konkret
Klimaklasse 5 bedeutet: Auslegung auf 40 °C Umgebungstemperatur bei 40 % relativer Luftfeuchte. Zum Vergleich — Klasse 3 endet bei 25 °C, Klasse 4 bei 30 °C. Der Index hat die frühere Angabe „Tropentauglichkeit bis +43 °C" abgelöst. Übersetzt in den Alltag: Der Tisch hält seine Temperatur auch im August, in der offenen Küche, neben der Wärmequelle.
Optik ist hier Technik
Individuelle RAL-Lackierung für die Front, Edelstahlabdeckung statt Glas, wo der Posten sauber wirken muss. Beides sind Werksoptionen, keine Nachrüstung durch Dritte — und damit ohne Auswirkung auf Dichtigkeit und Gewährleistung.
Anwendung 05
Umbau im Bestand.
Beim Ersatz eines einzelnen Geräts in einer bestehenden Linie ist die Frage nie „welche Serie", sondern „was passt in die Lücke". Drei Parameter entscheiden das:
- Sechs Korpushöhen von 650 bis 760 mm — der neue Tisch schließt bündig an die vorhandene Arbeitsplatte an, statt einen Absatz zu erzeugen.
- Technikfach links oder rechts — richtet sich nach dem vorhandenen Anschluss, nicht umgekehrt.
- Steckerfertig, Zentralkühlung oder CO₂-vorbereitet — steckerfertig für den Einzelersatz, Zentralkühlung, wenn Wärmeeintrag und Geräusch aus dem Raum sollen.
Der Punkt, der bei jeder Begehung kommt
Die Türscharniere sitzen an der Unterseite. Dadurch lässt sich der Tisch auf Sockel oder Rollen stellen, ohne konstruktive Änderung und ohne Aufpreis — und damit ist die Reinigung unter dem Gerät geklärt, bevor sie zum Thema wird.
Technik in Kürze
Was unter der Platte arbeitet.
Die konstruktiven Merkmale teilen sich Saladette und Prep-Station mit dem übrigen Coldline-Tischprogramm. Kompakt, weil die Auswahl über die Anwendung läuft — nicht über das Datenblatt.
Energie ohne Werbezahl
Der Herstellervergleich für einen zweitürigen Tisch bei −2 bis +8 °C nennt 527 kWh im Jahr für das Gerät der Klasse A gegenüber 1.971 kWh für ein vergleichbares konventionelles Gerät. Die Differenz von rund 1.440 kWh ist die belastbare Größe — den Betrag rechnen Sie mit Ihrem eigenen Arbeitspreis, nicht mit einem Katalogwert.
In der Planung
Variabilität in der Küchenplanung
Wichtiger als das Maximum ist die Freiheit darunter. Wenn sich Ausschnitt und Korpus an die Küchenlinie anpassen und nicht umgekehrt, entfallen die Kompromisse, die man später jeden Tag sieht: Restspalten zwischen Gerät und Nachbarmöbel, nachträglich eingepasste CNS-Verblendungen, Schmutzecken, die bei jeder Begehung wieder Thema sind.
Was sich anpassen lässt
- Ausschnitt in der Arbeitsplatte frei bis zum Maximalmaß der jeweiligen Baugröße
- Sechs Korpushöhen: 650, 660, 700, 710, 750 und 760 mm für den bündigen Anschluss an bestehende Arbeitsplatten
- Technikfach wahlweise links oder rechts, auf Wunsch breiter
- Bei zentralgekühlten Linien: gemeinsames Technikfach für mehrere Tische oder Ausführung ganz ohne Technikfach
- Tiefe 700 mm für GN 1/1 oder 800 mm für EN 60 × 40
- Sockel abnehmbar in 100 oder 150 mm, alternativ Aufbau auf gemauertem Sockel
- Hygieneausführung H3 und Arbeitsplatten aus Granit für Bereiche mit erhöhter Anforderung
Das Ergebnis ist eine durchgehende Linie: eine Fuge weniger, eine Kante weniger, eine Reinigungsstelle weniger. Genau das ist der Unterschied zwischen einer Küche, die auf dem Plan funktioniert, und einer, die sich nach fünf Jahren noch sauber halten lässt.
Häufige Fragen aus der Planung.
Worin unterscheiden sich Saladette und Prep-Station?
Die Saladette hat eine Öffnung in der Arbeitsplatte, in der GN-Behälter im gekühlten Innenraum hängen. Die Prep-Station hat einen aufgesetzten, eigenständig belüfteten Aufbau mit Steigleitung für GN1/3- oder GN1/6-Behälter. Die Saladette ist flacher und arbeitet in der Fläche, die Prep-Station baut nach oben und hält mehr Komponenten griffbereit.
Darf die Mise en place über Nacht im Tisch bleiben?
Ja, sofern das Gerät mit Deckel beziehungsweise Abdeckung ausgestattet ist. Die Kühlung läuft weiter, die Abdeckung schützt vor Eintrag. Ohne Deckelvariante ist die Nachtlagerung im Gerät nicht vorgesehen. Die konkrete Umsetzung richtet sich nach Ihrem HACCP-Konzept und der Vorgabe der zuständigen Überwachungsbehörde.
GN1/3 oder GN1/6 — woran mache ich das fest?
An der Zahl der Komponenten und daran, ob im Stoßgeschäft jemand nachfüllen kann. Viele kleine Komponenten und kurze Greifwege sprechen für GN1/6, wenige Komponenten in großer Menge und langes Durchhalten ohne Nachfüllen für GN1/3. Der Aufbau unterscheidet sich zudem in der Höhe über der Platte, was den Blick über den Posten beeinflusst.
Was bedeutet Klimaklasse 5 in der Praxis?
Das Gerät ist für den Betrieb bei bis zu 40 °C Umgebungstemperatur und 40 % relativer Luftfeuchte ausgelegt. Das ist relevant bei Aufstellung neben Wärmequellen, in offenen Küchen und in Räumen ohne wirksame Entlüftung. Klasse 3 endet bereits bei 25 °C, Klasse 4 bei 30 °C.
Passt ein neuer Tisch in eine bestehende Linie?
In der Regel ja. Sechs Korpushöhen zwischen 650 und 760 mm, Technikfach wahlweise links oder rechts sowie Ausführungen mit und ohne Boden decken die üblichen Anschlusssituationen ab. Maßgeblich sind die vorhandene Arbeitsplattenhöhe, die Anschlussseite und die Frage, ob steckerfertig oder zentralgekühlt gearbeitet wird.
Steckerfertig oder Zentralkühlung?
Steckerfertige Geräte sind beim Einzelersatz und bei kleinen Linien im Vorteil, weil kein Eingriff in die Kälteanlage nötig ist. Zentralkühlung lohnt bei mehreren Geräten in einem Raum und immer dann, wenn Wärmeeintrag und Geräuschentwicklung aus der Küche heraus sollen. Zusätzlich sind Ausführungen vorbereitet für den Anschluss an eine CO₂-Kälteeinheit verfügbar.
Wie läuft die Beschaffung?
Hoffman GKT ist Handelsvertretung und Agentur, nicht Lieferant. Wir klären mit Ihnen die technische Auslegung — Raster, Tiefe, Korpushöhe, Kühlart — und vermitteln das Projekt anschließend an den autorisierten Fachhandel, der Angebot, Lieferung und Service übernimmt.
Posten definieren, dann Gerät wählen.
Schicken Sie uns den Ablauf, nicht die Artikelnummer: Was wird vorbereitet, wie viele Komponenten, welche Taktzeit, welche Anschlusssituation. Daraus ergibt sich die Konfiguration — und wir vermitteln an den Fachhandel in Ihrer Region.