Arbeitssicherheit · Service
Unterweisung an Aufschnittmaschinen.
Pflicht, Nachweis, Praxis.
Wer Beschäftigte an einer Aufschnittmaschine arbeiten lässt, muss sie vorher unterweisen – und das dokumentieren. Was dabei verlangt wird, welche Punkte bei Berkel-Maschinen konkret zählen und wie Sie den Nachweis führen.
Was verlangt wird
Drei Pflichten, die zusammengehören.
Die Aufschnittmaschine ist ein Arbeitsmittel mit offener Schneide. Daraus folgen drei Anforderungen, die unabhängig von Marke und Modell gelten – und die bei einer Begehung zusammen geprüft werden.
Betriebsanweisung
Schriftlich, maschinenbezogen, auf Grundlage der Betriebsanleitung. Die Erstellung ist Pflicht des Unternehmers und kann auf die zuständige Führungskraft übertragen werden.
Unterweisung
Vor der erstmaligen Tätigkeit, danach mindestens jährlich. Bei Beschäftigten unter 18 Jahren mindestens halbjährlich.
Dokumentation
Inhalte, Datum und Teilnehmer schriftlich festhalten. Ohne Nachweis gilt eine durchgeführte Unterweisung im Zweifel als nicht erfolgt.
Beschäftigte unter 18 Jahren
Für Jugendliche gilt der kürzere Turnus: Die Unterweisung ist nach § 29 Abs. 2 JArbSchG mindestens halbjährlich zu wiederholen. Wird ein Jugendlicher nicht, nicht richtig oder nicht rechtzeitig unterwiesen, ist das nach § 59 JArbSchG bußgeldbewehrt. In Ausbildungsbetrieben mit wechselnden Azubis wird dieser Punkt regelmäßig übersehen.
Maschinenbezogen
Vier Punkte, die in die Unterweisung gehören.
Eine allgemeine Sicherheitsunterweisung reicht nicht. Sie muss sich auf die Maschine beziehen, die tatsächlich im Betrieb steht. Diese vier Punkte sind bei Aufschnittschneidemaschinen die entscheidenden – unabhängig davon, ob elektrisch oder handbetrieben.
Restehalter – ohne Ausnahme
Der häufigste Unfallhergang ist das Nachführen des letzten Stücks mit der freien Hand. Auf die Benutzung des Restehalters ist bei der Erstunterweisung besonders hinzuwirken – auch und gerade bei Reststücken.
- Kein Führen des Schneidguts ohne Halter
- Reststücke aussortieren statt riskant schneiden
Schleifapparat bei der Demontage
Wird der integrierte Schleifapparat zur Reinigung abgenommen, liegt die Schneide frei. Diese Gefährdung gehört ausdrücklich in die Betriebsanweisung, und das Bedienpersonal muss darauf unterwiesen sein.
- Reihenfolge beim Ab- und Anbauen
- Schnittfeste Handschuhe beim Reinigen
Nullstellung und Reinigung
Vor jeder Reinigung: ausschalten, Netzstecker ziehen, Anschlagplatte auf Null. Der Zustand nach Arbeitsende entscheidet darüber, ob die nächste Person an eine sichere Maschine tritt.
- Anschlagplatte nach jedem Gebrauch auf Null
- Abnehmbare Teile getrennt reinigen
Einsatzgrenzen der Maschine
Nicht jede Maschine ist für jedes Schneidgut und jede Betriebsdauer gebaut. Wer eine semiprofessionelle Maschine im Dauerbetrieb fährt, gefährdet Personal und Gerät gleichermaßen.
- Zulässiges Schneidgut, keine gefrorene Ware
- Maximale Einschaltdauer je Serie
Leistung
Einweisung vor Ort. Eine Stunde, das ganze Team.
Die meisten Bedienkräfte trauen sich zunächst nicht an die Maschine. Genau da fängt die Einweisung an: anfassen, verstehen, selbst schneiden. Danach ist die Scheu weg – und die Handgriffe sitzen.
Ablauf
- Bauteile erklärt und angefasst – Messer, Schlitten, Restehalter, Schleifapparat
- Funktion und Einstellungen in der Praxis
- Anschneiden am echten Produkt: Schinken, Salami, Käse
- Umsetzen und Standortwahl
- Reinigung Schritt für Schritt
- Arbeitssicherheit und Verhalten im Fehlerfall
Rahmen
- Rund eine Stunde, direkt an Ihrer Maschine
- Fünf bis zehn Personen pro Termin
- Bundesweit, Termin nach Absprache
- Unterweisungsnachweis wird vor Ort ausgefüllt und übergeben
- Ausschließlich Berkel-Maschinen – keine Fremdfabrikate
Über unseren Fachhandel
Kostenfrei
Wurde die Maschine über einen unserer Fachhändler bezogen, ist die Einweisung Teil unserer Leistung für den Handel. Ihr Händler meldet den Termin an, wir stimmen ihn direkt mit Ihnen ab.
Fremdbezug
Auf Anfrage
Für Berkel-Maschinen, die über einen anderen Händler oder aus dem Ausland bezogen wurden, nennen wir Ihnen die Konditionen auf Anfrage. Als Pauschale, An- und Abfahrt bundesweit eingeschlossen.
Kostenloser Download
Unterweisungsnachweis als Vorlage.
Zweiseitiges Formular zum Ausdrucken: Betrieb, Maschine mit Seriennummer, dreizehn Unterweisungsinhalte zum Abhaken und eine Teilnehmerliste für vierzehn Personen – mit Feld für das Geburtsdatum, damit der kürzere Turnus bei Jugendlichen nicht untergeht.
- Ohne Registrierung, ohne E-Mail-Abfrage
- Inhalte nach BGN ASI 2.18 für Aufschnittschneidemaschinen
- Feld für die nächste fällige Wiederholung
Arbeitshilfe, kein Ersatz für die Gefährdungsbeurteilung nach § 5 ArbSchG oder die maschinenspezifische Betriebsanweisung. Die betriebliche Umsetzung verantwortet der Arbeitgeber. Die maschinenspezifische Betriebsanweisung erstellen wir auf Anfrage für die jeweilige Berkel-Serie.
Häufige Fragen zur Unterweisung.
Wie oft muss eine Unterweisung wiederholt werden?+
Vor der erstmaligen Tätigkeit und danach mindestens einmal jährlich. Bei Beschäftigten unter 18 Jahren mindestens halbjährlich. Zusätzlich immer dann, wenn sich die Arbeitsbedingungen wesentlich ändern – etwa bei einer neuen Maschine oder nach einem Unfall.
Reicht eine mündliche Unterweisung aus?+
Inhaltlich ja, im Nachweis nein. Die Unterweisung muss dokumentiert werden – mit Datum, Inhalten und Teilnehmern. Ohne diesen Nachweis lässt sich bei einer Begehung oder nach einem Unfall nicht belegen, dass sie stattgefunden hat. Deshalb übergeben wir bei jeder Einweisung ein ausgefülltes Formular.
Was ist der Unterschied zwischen Betriebsanweisung und Unterweisung?+
Die Betriebsanweisung ist das Dokument: schriftlich, maschinenbezogen, auf Grundlage der Betriebsanleitung. Die Unterweisung ist die Vermittlung: Sie bringt den Beschäftigten bei, was in der Betriebsanweisung steht, und wird dokumentiert. Beides ist erforderlich – das eine ersetzt das andere nicht.
Brauchen erfahrene Fachkräfte auch eine Unterweisung?+
Ja. Die Pflicht hängt nicht am Können, sondern an der Beschäftigung. Auch eine gelernte Fachkraft muss vor der erstmaligen Tätigkeit an der konkreten Maschine unterwiesen werden und danach am jährlichen Turnus teilnehmen. In Betrieben mit hoher Fluktuation ist das der Punkt, der am häufigsten durchrutscht.
Was kostet die Einweisung vor Ort?+
Wurde die Maschine über einen unserer Fachhändler bezogen, ist die Einweisung kostenfrei – sie ist Teil unserer Leistung für den Handel. Für Berkel-Maschinen aus anderer Bezugsquelle oder aus dem Ausland nennen wir Ihnen die Konditionen auf Anfrage. Abgerechnet wird pauschal, An- und Abfahrt bundesweit eingeschlossen.
Weisen Sie auch an Maschinen anderer Hersteller ein?+
Nein. Wir führen Einweisungen ausschließlich an Berkel-Maschinen durch. Nur dort haben wir die Originalunterlagen, die Werksanbindung und die Teilekenntnis, um über Bedienung, Reinigung und Sicherheit belastbar zu sprechen.
Gilt das auch für handbetriebene Schwungradmaschinen?+
Ja. Ohne Motor entfällt die elektrische Gefährdung, die offene Schneide bleibt. Bei der Volano kommen das freilaufende Messer nach dem Schwungradstoß und die Handhabung des schweren Schlittens hinzu. Unterweisungspflicht und Dokumentation gelten unverändert.
Termin für eine Einweisung?
Schreiben Sie uns Maschine, Standort und die ungefähre Zahl der Teilnehmer – wir melden uns mit Terminvorschlägen. Fachhändler melden Termine für ihre Kunden direkt an.
Ersatzteile oder Reklamation statt Einweisung? Zur Ersatzteil- und Reklamationsseite