Schockfroster ohne Festwasseranschluss betreiben.
Ein Multifunktions-Schockfroster kann mehr als kühlen und frosten – Dampfgaren, Gären, Pasteurisieren und Dampfdesinfektion brauchen Wasser. Am geplanten Standort ist aber oft weder eine Wasserleitung noch ein 400-V-Anschluss vorhanden. Eine im Feld entstandene Kanisterlösung zeigt, dass das Projekt daran nicht scheitern muss.
Der Anschluss ist der Engpass, nicht das Gerät.
Die Entscheidung für Cook&Chill scheitert selten an der Technik. Sie scheitert an dem, was im Bestand vorhanden ist. In Bestandsküchen, in umgenutzten Räumen, in Ausweichküchen während eines Umbaus und in temporären Produktionen liegt an der gewünschten Stellfläche schlicht keine Wasserleitung – und eine nachträglich zu verlegen heißt Stemmen, Fliesen, Trocknungszeit und Stillstand.
Um den Stromanschluss geht es in diesem Beitrag nicht – dazu steht alles auf der Produktseite. Hier geht es ausschließlich um das Wasser: warum das Gerät es braucht, wo es hineinläuft und wie es dorthin kommt, wenn keine Leitung liegt.
Wofür ein Schockfroster überhaupt Wasser braucht.
Das wird in der Planung häufig übersehen – in beide Richtungen. Reines Schnellkühlen und Schockfrosten laufen vollständig ohne Wasser. Wasser wird erst gebraucht, sobald der Luftbefeuchter im Spiel ist. Bei einem Multifunktionsgerät mit Betriebstemperaturen von −40 °C bis +85 °C ist das ein erheblicher Teil des Funktionsumfangs.
| Funktion | Wasser erforderlich |
|---|---|
| Schnellkühlen · Schockfrosten | nein |
| Auftauen · Erhaltung · Trocknung | nein |
| Gärung & Gärunterbrechung (Feuchte 45–95 %) | ja |
| Niedertemperatur-Dampfgaren | ja |
| Pasteurisieren | ja |
| Dampfdesinfektion · manueller Dampfzyklus | ja |
Wer den Schockfroster nur als Schnellkühler einsetzt, braucht diesen Beitrag nicht. Wer den vollen Funktionsumfang nutzen will, braucht Wasser am Gerät – und steht damit vor der Frage, wie es dort hinkommt. Welche Programme das im Einzelnen sind und wofür sie in der Produktion taugen, haben wir in den VISION Anwendertipps ausführlich beschrieben.
Der Aufbau in drei Schritten.
Die Lösung ist bewusst einfach gehalten. Sie kommt ohne Pumpe, ohne zusätzliche elektrische Ansteuerung und ohne Eingriff in die Gebäudeinstallation aus.
- Kanister oberhalb des Anschlusses platzierenEin Wasserbehälter aus lebensmittelgeeignetem Kunststoff steht auf einer Arbeitsfläche, einer Ablage oder einer Wandkonsole. Weil der Geräteanschluss im Maschinenraum unten sitzt, ist die nötige Höhendifferenz in jeder normalen Küche ohne Weiteres gegeben. Das Volumen wird nach Tagesbedarf gewählt und ist nicht festgelegt.
- Verbindung zum Geräteanschluss herstellenDer Schockfroster hat für den Luftbefeuchter einen eigenen Wasseranschluss – beim W14H als 3/4-Zoll-Innengewinde im Maschinenraum hinter dem unteren Gitter, zusammen mit Absperrventil und Filterpatrone. Dort wird über eine Verschraubung eine flexible Leitung angeschlossen.
- Zulauf über HöhendifferenzDas Wasser läuft dem Befeuchterkessel im Gerät zu, sobald dessen Ventil öffnet. Es fließt allein durch die Höhendifferenz zwischen Kanister und Anschluss – ohne Pumpe und ohne eigene Steuerung. Steht das Ventil geschlossen, steht auch das Wasser.
Und der Wasserdruck?
Das ist die erste Frage, die in jedem Gespräch kommt – zu Recht. Die Größenordnungen liegen weit auseinander: Ein Meter Höhendifferenz entspricht rund 0,1 bar. Ein Behälter auf einer normalen Arbeitsfläche steht also mit etwa 0,08 bis 0,09 bar am Anschluss an. Eine Hausleitung liefert typischerweise ein bis drei bar, je nach Netz und Gebäude.
Wer diese beiden Zahlen nebeneinander legt, erwartet, dass der Behälter nicht reicht. In der Praxis reicht er. Ein Mindest-Fließdruck ist für den Befeuchteranschluss im Datenblatt nicht angegeben – dort steht zu diesem Anschluss lediglich die Ausführung als 3/4-Zoll-Innengewinde und der Hinweis, dass kein Ablauf erforderlich ist. Wir beschreiben hier deshalb bewusst, was sich im Betrieb gezeigt hat, und nicht, was wir aus einer Kennzahl ableiten könnten.
Höhe schlägt Druck
Weil der Anschluss unten im Maschinenraum sitzt, ist die nötige Höhendifferenz in jeder Küche vorhanden – eine Arbeitsfläche genügt. Mehr Höhe bringt mehr Nachlauf, ein Wandbord ist deshalb günstiger als ein Unterschrank.
Leitung nicht drosseln
Bei niedrigem Druck entscheidet der Strömungswiderstand. Kurze Wege, ausreichender Querschnitt und eine knickfreie Führung sind hier wichtiger als bei einem Festanschluss.
Druckangabe auf dem Schlauch
Auf Panzerschläuchen steht eine Druckangabe – etwa 20/60 bar. Das ist die Belastbarkeit der Leitung, keine Anforderung des Geräts. Die beiden Werte werden regelmäßig verwechselt.
Was wir vorab prüfen
Höhendifferenz am konkreten Standort, Leitungslänge und -führung sowie das zu erwartende Nachfüllintervall bei den Programmen, die der Betrieb tatsächlich fährt.
Was dadurch entfällt.
- Keine Pumpe – und damit kein weiteres Bauteil, das ausfallen, Geräusche machen oder gewartet werden muss.
- Keine zusätzliche elektrische Ansteuerung – die Freigabe übernimmt das ohnehin vorhandene geräteseitige Ventil.
- Keine Stemmarbeiten und keine neue Leitungsführung – die Gebäudeinstallation bleibt unangetastet.
- Keine Verbindung zur Trinkwasserinstallation – weil kein Anschluss an das Leitungsnetz besteht, entfällt die Frage der Absicherung gegen Rückfließen vollständig.
- Keine Standortbindung – der Aufbau lässt sich in kurzer Zeit trennen und an anderer Stelle wieder herstellen.
Grenzen, Prüfpunkte, ehrliche Einordnung.
Eine Praxislösung ist kein Ersatz für eine geplante Installation. Sie ersetzt keine Kücheninfrastruktur, und sie ist nicht für jeden Betrieb die richtige Antwort. Diese Punkte gehören vor der Entscheidung auf den Tisch:
Nachfüllen bleibt Handarbeit
Der Füllstand wird per Sicht kontrolliert und von Hand ergänzt. Bei passender Kanistergröße reicht eine Füllung im Regelfall für einen Produktionstag – der tatsächliche Verbrauch hängt aber vollständig davon ab, welche dampfführenden Programme wie oft laufen.
Wasserqualität
Destilliertes Wasser ist nicht nötig. Die Filter- und Enthärtungspatrone sitzt im Maschinenraum hinter dem Gitter und arbeitet unabhängig davon, ob das Wasser aus der Leitung oder aus dem Behälter kommt. Auslegung und Wechselintervall richten sich nach der örtlichen Wasserhärte.
Hygiene am Kanister
Der Kanister ist Teil des wasserführenden Systems. Lebensmittelgeeignetes Material, Trinkwasserqualität beim Befüllen, geschlossene Lagerung und ein festes Reinigungs- und Wechselintervall gehören in den Hygieneplan des Betriebs.
Tauwasser
Das Gerät hat serienmäßig einen Tauwasserablauf. Im gezeigten Aufbau wird das anfallende Tauwasser in der darunter liegenden Auffangschale gesammelt und von Hand entleert – ein Festanschluss an die Abwasserleitung ist dafür nicht zwingend, muss aber im Betriebsablauf mitgedacht werden.
Wichtiger Hinweis. Diese Kanisteranbindung ist keine serienmäßige und keine vom Gerätehersteller freigegebene Ausführung. Sie ist als projektspezifische Praxislösung im Feld entstanden.
Ob sie für ein konkretes Gerät, einen konkreten Standort und die dort geltenden hygienischen, technischen und rechtlichen Anforderungen geeignet ist, muss im Einzelfall geprüft werden. Verbindlich sind in jedem Fall die Herstellerdokumentation, die Gewährleistungsbedingungen und die Vorgaben der zuständigen Stellen. Wir stellen den Aufbau hier als Denkanstoß aus der Praxis vor – nicht als Bauanleitung.
Für wen das interessant wird.
Überall dort, wo professionelle Küchentechnik gebraucht wird, die Infrastruktur aber nicht am Gerät endet: Caterer und Verleiher, Kitas und Schulen, Food Malls, Altenheime, Krankenhäuser und Stationsküchen, Betriebsküchen im Umbau, Hilfs- und Versorgungsorganisationen sowie temporäre Küchenprojekte.
Der gemeinsame Nenner ist nicht die Branche, sondern die Ausgangslage: Das Gerät soll arbeiten, bevor gebaut wird. Und in vielen Fällen soll es später an einen anderen Platz umziehen können.
Baugrößen, Geltungsbereich, Bezug.
Das Prinzip ist nicht an eine Baugröße gebunden. Es lässt sich bei kleinen wie bei großen Coldline-Schockfrostern anwenden, weil jedes Gerät mit Luftbefeuchter denselben Bedarf hat: Wasser am Anschluss, freigegeben durch das geräteeigene Ventil. Auch die Bauart des Anschlusses ist über die Serien hinweg vergleichbar – Absperrventil und Verschraubung im Maschinenraum, unabhängig davon, woher das Wasser kommt.
Woher die Lösung kommt – und woher nicht. Diese mobile Wasserversorgung ist nicht über den Gerätehersteller beziehbar. Sie ist weder Bestandteil des Coldline-Lieferprogramms noch dort als Zubehör gelistet. Umsetzung und Verantwortung liegen ausschließlich bei der Hoffman GKT GmbH.
Wir vertreten Coldline in Deutschland und beziehen uns hier deshalb auf Coldline-Geräte. Der Aufbau selbst ist jedoch unsere eigene, im Feld entwickelte Lösung – ohne Freigabe, ohne Zusicherung und ohne Beteiligung des Herstellers. Ob er sich auf ein konkretes Gerät übertragen lässt und welche Auswirkungen er auf Gewährleistung und Betriebssicherheit hat, klären wir im Einzelfall vor der Umsetzung.
Das Gerät im Beispiel.
Der Aufbau wurde an einem Coldline VISION NUVŌ W14H umgesetzt – einem Multifunktions-Schockfroster, der Kühlen, Frosten und dampfgeführte Funktionen in einem Gerät zusammenführt.
| Betriebstemperatur | −40 °C bis +85 °C |
| Kapazität | 14 Auflageschienen GN 1/1 bzw. EN 60 × 40, bis 23 Bleche |
| Leistung | 70 kg schnellkühlen (+90/+3 °C) · 60 kg schockfrosten (+90/−18 °C) |
| Anschluss Wasser | für Luftbefeuchter, 3/4 Zoll Innengewinde, im Maschinenraum |
| Feuchtebereich | 45–95 % über den integrierten Luftbefeuchter |
| Kältemittel | R290 (GWP 3), elektronisches Expansionsventil |
Alle elektrischen Anschlusswerte, die Baugrößenabgrenzung und die Förderfähigkeit über die BAFA-Richtlinie Kälte-Klima stehen auf der Produktseite Coldline Schockfroster.
Fragen aus der Praxis.
Braucht ein Schockfroster zwingend einen Wasseranschluss?
Nein. Schnellkühlen, Schockfrosten, Auftauen und Erhaltung laufen ohne Wasser. Ein Wasseranschluss wird erst für die dampf- und feuchtegeführten Funktionen gebraucht – also für Gärung und Gärunterbrechung, Niedertemperatur-Dampfgaren, Pasteurisieren und die Dampfdesinfektion. Wer diese Programme nutzen möchte, braucht Wasser am Gerät.
Funktioniert die Wasserversorgung wirklich ohne Pumpe?
Ja. Der Kanister steht oberhalb des geräteseitigen Anschlusses, das Wasser läuft dem Befeuchterkessel allein durch die Höhendifferenz zu. Freigegeben wird der Zulauf ausschließlich durch das ohnehin vorhandene Ventil des Geräts. Es braucht dafür weder eine Pumpe noch eine zusätzliche elektrische Ansteuerung.
Wie oft muss nachgefüllt werden?
Das hängt vom Kanistervolumen und davon ab, welche dampfführenden Programme wie oft laufen. Bei passend gewählter Größe reicht eine Füllung im Regelfall für einen Produktionstag. Der Füllstand wird per Sichtkontrolle geprüft und von Hand ergänzt – eine Füllstandsüberwachung ist nicht Teil des Aufbaus.
Wohin läuft das Tauwasser?
Das Gerät verfügt serienmäßig über einen Tauwasserablauf. In diesem Aufbau wird das Tauwasser in der darunter liegenden Auffangschale gesammelt und von Hand entleert. Ein fester Anschluss an die Abwasserleitung ist dafür nicht zwingend erforderlich, sollte aber im täglichen Ablauf eingeplant werden.
Welche Wasserqualität wird benötigt?
Destilliertes Wasser ist nicht erforderlich. Die Filter- und Enthärtungspatrone sitzt im Maschinenraum des Geräts hinter dem Gitter und arbeitet unabhängig davon, ob das Wasser aus der Festleitung oder aus dem Behälter kommt. Auslegung und Wechselintervall richten sich nach der örtlichen Wasserhärte.
Ist der Aufbau vom Hersteller freigegeben?
Nein. Es handelt sich um eine projektspezifische Praxislösung, die im Feld entstanden ist – nicht um eine serienmäßige oder herstellerseitig freigegebene Ausführung. Technische Eignung, hygienische Anforderungen und Auswirkungen auf Gewährleistung und Betriebssicherheit sind für jedes Projekt einzeln zu prüfen. Verbindlich bleiben die Herstellerdokumentation und die Vorgaben der zuständigen Stellen.
Reicht der Druck aus einem Behälter überhaupt aus?
Ein Meter Höhendifferenz entspricht rund 0,1 bar, ein Behälter auf Arbeitsflächenhöhe liegt also bei etwa 0,08 bis 0,09 bar – deutlich unter dem Druck einer Hausleitung. In der Praxis genügt das. Ein Mindest-Fließdruck ist für den Befeuchteranschluss im Datenblatt nicht angegeben. Wichtiger als der Druck sind bei dieser Lösung kurze, knickfreie Leitungswege und ein ausreichender Querschnitt. Für jedes Projekt prüfen wir die Höhendifferenz am konkreten Standort vorab.
Ist die Lösung über Coldline erhältlich?
Nein. Sie ist nicht Bestandteil des Coldline-Lieferprogramms und dort auch nicht als Zubehör gelistet. Es handelt sich um eine eigene Lösung der Hoffman GKT GmbH, die im Feld entstanden ist. Wir vertreten Coldline in Deutschland und wenden das Prinzip auf Coldline-Geräte an – Umsetzung und Verantwortung liegen dabei ausschließlich bei uns, nicht beim Hersteller.
Lässt sich das Prinzip auf andere Geräte übertragen?
Das Grundprinzip – Wasserbevorratung oberhalb des Geräts statt Festanschluss – ist nicht auf Schockfroster beschränkt. Ob es sich auf ein anderes Gerät übertragen lässt, hängt davon ab, wie dessen Wasserzulauf konstruiert ist und welchen Bedarf die jeweilige Anwendung hat. Das ist im Einzelfall zu bewerten und nicht pauschal zu beantworten.
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Sie planen Cook&Chill an einem Standort, an dem die Infrastruktur nicht mitspielt? Wir schauen uns die Ausgangslage an und sagen offen, was tragfähig ist und was nicht.
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