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Praxis · Cook&Chill

Schockfroster ohne Fest­wasser­anschluss betreiben.

Ein Multifunktions-Schockfroster kann mehr als kühlen und frosten – Dampf­garen, Gären, Pasteurisieren und Dampf­desinfektion brauchen Wasser. Am geplanten Standort ist aber oft weder eine Wasser­leitung noch ein 400-V-Anschluss vorhanden. Eine im Feld entstandene Kanister­lösung zeigt, dass das Projekt daran nicht scheitern muss.

Hoffman GKT · Praxisbericht · Lesezeit ca. 7 Minuten

Prinzipskizze: Wasserkanister auf einer Wandkonsole oberhalb des Schockfrosters, Verbindungsleitung zum Wasseranschluss im Maschinenraum
Prinzip­darstellung. Entscheidend ist allein, dass der Wasser­spiegel im Behälter oberhalb des Geräte­anschlusses liegt – ob der Behälter auf einer Wand­konsole, einer Ablage oder einer angrenzenden Arbeits­fläche steht, ist frei wählbar.

Der Anschluss ist der Engpass, nicht das Gerät.

Die Entscheidung für Cook&Chill scheitert selten an der Technik. Sie scheitert an dem, was im Bestand vorhanden ist. In Bestandsküchen, in umgenutzten Räumen, in Ausweichküchen während eines Umbaus und in temporären Produktionen liegt an der gewünschten Stellfläche schlicht keine Wasser­leitung – und eine nachträglich zu verlegen heißt Stemmen, Fliesen, Trocknungszeit und Stillstand.

Um den Strom­anschluss geht es in diesem Beitrag nicht – dazu steht alles auf der Produkt­seite. Hier geht es ausschließlich um das Wasser: warum das Gerät es braucht, wo es hineinläuft und wie es dorthin kommt, wenn keine Leitung liegt.

Wofür ein Schock­froster überhaupt Wasser braucht.

Das wird in der Planung häufig übersehen – in beide Richtungen. Reines Schnell­kühlen und Schock­frosten laufen vollständig ohne Wasser. Wasser wird erst gebraucht, sobald der Luft­befeuchter im Spiel ist. Bei einem Multifunktions­gerät mit Betriebs­temperaturen von −40 °C bis +85 °C ist das ein erheblicher Teil des Funktions­umfangs.

FunktionWasser erforderlich
Schnellkühlen · Schockfrostennein
Auftauen · Erhaltung · Trocknungnein
Gärung & Gär­unterbrechung (Feuchte 45–95 %)ja
Niedertemperatur-Dampfgarenja
Pasteurisierenja
Dampf­desinfektion · manueller Dampfzyklusja

Wer den Schockfroster nur als Schnellkühler einsetzt, braucht diesen Beitrag nicht. Wer den vollen Funktions­umfang nutzen will, braucht Wasser am Gerät – und steht damit vor der Frage, wie es dort hinkommt. Welche Programme das im Einzelnen sind und wofür sie in der Produktion taugen, haben wir in den VISION Anwender­tipps ausführlich beschrieben.

Der Aufbau in drei Schritten.

Die Lösung ist bewusst einfach gehalten. Sie kommt ohne Pumpe, ohne zusätzliche elektrische Ansteuerung und ohne Eingriff in die Gebäudeinstallation aus.

  1. Kanister oberhalb des Anschlusses platzierenEin Wasser­behälter aus lebensmittel­geeignetem Kunststoff steht auf einer Arbeits­fläche, einer Ablage oder einer Wand­konsole. Weil der Geräte­anschluss im Maschinen­raum unten sitzt, ist die nötige Höhen­differenz in jeder normalen Küche ohne Weiteres gegeben. Das Volumen wird nach Tages­bedarf gewählt und ist nicht festgelegt.
  2. Verbindung zum Geräte­anschluss herstellenDer Schockfroster hat für den Luft­befeuchter einen eigenen Wasser­anschluss – beim W14H als 3/4-Zoll-Innen­gewinde im Maschinen­raum hinter dem unteren Gitter, zusammen mit Absperr­ventil und Filter­patrone. Dort wird über eine Verschraubung eine flexible Leitung angeschlossen.
  3. Zulauf über Höhen­differenzDas Wasser läuft dem Befeuchter­kessel im Gerät zu, sobald dessen Ventil öffnet. Es fließt allein durch die Höhen­differenz zwischen Kanister und Anschluss – ohne Pumpe und ohne eigene Steuerung. Steht das Ventil geschlossen, steht auch das Wasser.
Wasserkanister aus lebensmittelgeeignetem Kunststoff auf einer Edelstahl-Arbeitsfläche oberhalb des Schockfrosters
Der Kanister steht oberhalb des Anschlussniveaus. Füllstand per Sichtkontrolle, Nachfüllen von Hand.
Geräteseitiger Wasseranschluss des Schockfrosters mit Verschraubung und angeschlossener flexibler Leitung
Der geräteseitige Wasseranschluss für den Luftbefeuchter, hier mit Verschraubung und Winkel.
Flexible Verbindungsleitung mit Messing-Kupplung hinter dem Schockfroster
Die Verbindungsleitung bleibt zugänglich und lässt sich ohne Werkzeugaufwand trennen.
Wasseranschluss im Maschinenraum des Schockfrosters mit Absperrventil, Panzerschlauch und Filterpatrone hinter dem Gitter
So sieht der Wasseranschluss serienmäßig aus: im Maschinenraum, mit Absperrventil, Panzerschlauch und der Filterpatrone hinter dem Gitter. Aufnahme am Festanschluss.
Absperrventil und Verschraubung am Wasseranschluss des Schockfrosters im Maschinenraum
Absperrventil und Verschraubung sitzen frei zugänglich – die Zuleitung lässt sich unabhängig von ihrer Quelle anschließen.

Und der Wasser­druck?

Das ist die erste Frage, die in jedem Gespräch kommt – zu Recht. Die Größen­ordnungen liegen weit auseinander: Ein Meter Höhen­differenz entspricht rund 0,1 bar. Ein Behälter auf einer normalen Arbeits­fläche steht also mit etwa 0,08 bis 0,09 bar am Anschluss an. Eine Haus­leitung liefert typischerweise ein bis drei bar, je nach Netz und Gebäude.

Wer diese beiden Zahlen nebeneinander legt, erwartet, dass der Behälter nicht reicht. In der Praxis reicht er. Ein Mindest-Fließ­druck ist für den Befeuchter­anschluss im Datenblatt nicht angegeben – dort steht zu diesem Anschluss lediglich die Ausführung als 3/4-Zoll-Innen­gewinde und der Hinweis, dass kein Ablauf erforderlich ist. Wir beschreiben hier deshalb bewusst, was sich im Betrieb gezeigt hat, und nicht, was wir aus einer Kennzahl ableiten könnten.

Höhe schlägt Druck

Weil der Anschluss unten im Maschinen­raum sitzt, ist die nötige Höhen­differenz in jeder Küche vorhanden – eine Arbeits­fläche genügt. Mehr Höhe bringt mehr Nachlauf, ein Wand­bord ist deshalb günstiger als ein Unter­schrank.

Leitung nicht drosseln

Bei niedrigem Druck entscheidet der Strömungs­widerstand. Kurze Wege, ausreichender Quer­schnitt und eine knickfreie Führung sind hier wichtiger als bei einem Fest­anschluss.

Druckangabe auf dem Schlauch

Auf Panzer­schläuchen steht eine Druck­angabe – etwa 20/60 bar. Das ist die Belastbarkeit der Leitung, keine Anforderung des Geräts. Die beiden Werte werden regelmäßig verwechselt.

Was wir vorab prüfen

Höhen­differenz am konkreten Standort, Leitungs­länge und -führung sowie das zu erwartende Nachfüll­intervall bei den Programmen, die der Betrieb tatsächlich fährt.

Was dadurch entfällt.

  • Keine Pumpe – und damit kein weiteres Bauteil, das ausfallen, Geräusche machen oder gewartet werden muss.
  • Keine zusätzliche elektrische Ansteuerung – die Freigabe übernimmt das ohnehin vorhandene geräteseitige Ventil.
  • Keine Stemmarbeiten und keine neue Leitungs­führung – die Gebäude­installation bleibt unangetastet.
  • Keine Verbindung zur Trink­wasser­installation – weil kein Anschluss an das Leitungs­netz besteht, entfällt die Frage der Absicherung gegen Rückfließen vollständig.
  • Keine Standort­bindung – der Aufbau lässt sich in kurzer Zeit trennen und an anderer Stelle wieder herstellen.

Grenzen, Prüfpunkte, ehrliche Einordnung.

Eine Praxis­lösung ist kein Ersatz für eine geplante Installation. Sie ersetzt keine Küchen­infrastruktur, und sie ist nicht für jeden Betrieb die richtige Antwort. Diese Punkte gehören vor der Entscheidung auf den Tisch:

Nachfüllen bleibt Handarbeit

Der Füllstand wird per Sicht kontrolliert und von Hand ergänzt. Bei passender Kanister­größe reicht eine Füllung im Regelfall für einen Produktions­tag – der tatsächliche Verbrauch hängt aber vollständig davon ab, welche dampf­führenden Programme wie oft laufen.

Wasser­qualität

Destilliertes Wasser ist nicht nötig. Die Filter- und Enthärtungs­patrone sitzt im Maschinen­raum hinter dem Gitter und arbeitet unabhängig davon, ob das Wasser aus der Leitung oder aus dem Behälter kommt. Auslegung und Wechsel­intervall richten sich nach der örtlichen Wasser­härte.

Hygiene am Kanister

Der Kanister ist Teil des wasser­führenden Systems. Lebensmittel­geeignetes Material, Trink­wasser­qualität beim Befüllen, geschlossene Lagerung und ein festes Reinigungs- und Wechsel­intervall gehören in den Hygiene­plan des Betriebs.

Tauwasser

Das Gerät hat serienmäßig einen Tauwasser­ablauf. Im gezeigten Aufbau wird das anfallende Tauwasser in der darunter liegenden Auffang­schale gesammelt und von Hand entleert – ein Fest­anschluss an die Abwasser­leitung ist dafür nicht zwingend, muss aber im Betriebs­ablauf mitgedacht werden.

Wichtiger Hinweis. Diese Kanister­anbindung ist keine serien­mäßige und keine vom Geräte­hersteller freigegebene Ausführung. Sie ist als projekt­spezifische Praxis­lösung im Feld entstanden.

Ob sie für ein konkretes Gerät, einen konkreten Standort und die dort geltenden hygienischen, technischen und rechtlichen Anforderungen geeignet ist, muss im Einzelfall geprüft werden. Verbindlich sind in jedem Fall die Hersteller­dokumentation, die Gewährleistungs­bedingungen und die Vorgaben der zuständigen Stellen. Wir stellen den Aufbau hier als Denkanstoß aus der Praxis vor – nicht als Bau­anleitung.

Für wen das interessant wird.

Überall dort, wo professionelle Küchen­technik gebraucht wird, die Infrastruktur aber nicht am Gerät endet: Caterer und Verleiher, Kitas und Schulen, Food Malls, Alten­heime, Krankenhäuser und Stations­küchen, Betriebs­küchen im Umbau, Hilfs- und Versorgungs­organisationen sowie temporäre Küchen­projekte.

Der gemeinsame Nenner ist nicht die Branche, sondern die Ausgangs­lage: Das Gerät soll arbeiten, bevor gebaut wird. Und in vielen Fällen soll es später an einen anderen Platz umziehen können.

Baugrößen, Geltungs­bereich, Bezug.

Das Prinzip ist nicht an eine Baugröße gebunden. Es lässt sich bei kleinen wie bei großen Coldline-Schock­frostern anwenden, weil jedes Gerät mit Luft­befeuchter denselben Bedarf hat: Wasser am Anschluss, freigegeben durch das geräte­eigene Ventil. Auch die Bau­art des Anschlusses ist über die Serien hinweg vergleichbar – Absperr­ventil und Verschraubung im Maschinen­raum, unabhängig davon, woher das Wasser kommt.

Woher die Lösung kommt – und woher nicht. Diese mobile Wasser­versorgung ist nicht über den Geräte­hersteller beziehbar. Sie ist weder Bestandteil des Coldline-Liefer­programms noch dort als Zubehör gelistet. Umsetzung und Verantwortung liegen ausschließlich bei der Hoffman GKT GmbH.

Wir vertreten Coldline in Deutschland und beziehen uns hier deshalb auf Coldline-Geräte. Der Aufbau selbst ist jedoch unsere eigene, im Feld entwickelte Lösung – ohne Freigabe, ohne Zusicherung und ohne Beteiligung des Herstellers. Ob er sich auf ein konkretes Gerät übertragen lässt und welche Auswirkungen er auf Gewährleistung und Betriebs­sicherheit hat, klären wir im Einzelfall vor der Umsetzung.

Das Gerät im Beispiel.

Der Aufbau wurde an einem Coldline VISION NUVŌ W14H umgesetzt – einem Multifunktions-Schockfroster, der Kühlen, Frosten und dampf­geführte Funktionen in einem Gerät zusammenführt.

Betriebs­temperatur−40 °C bis +85 °C
Kapazität14 Auflage­schienen GN 1/1 bzw. EN 60 × 40, bis 23 Bleche
Leistung70 kg schnell­kühlen (+90/+3 °C) · 60 kg schock­frosten (+90/−18 °C)
Anschluss Wasserfür Luft­befeuchter, 3/4 Zoll Innen­gewinde, im Maschinen­raum
Feuchte­bereich45–95 % über den integrierten Luft­befeuchter
KältemittelR290 (GWP 3), elektronisches Expansions­ventil

Alle elektrischen Anschluss­werte, die Baugrößen­abgrenzung und die Förderfähigkeit über die BAFA-Richtlinie Kälte-Klima stehen auf der Produkt­seite Coldline Schock­froster.

Fragen aus der Praxis.

Braucht ein Schockfroster zwingend einen Wasseranschluss?

Nein. Schnellkühlen, Schockfrosten, Auftauen und Erhaltung laufen ohne Wasser. Ein Wasseranschluss wird erst für die dampf- und feuchtegeführten Funktionen gebraucht – also für Gärung und Gärunterbrechung, Niedertemperatur-Dampfgaren, Pasteurisieren und die Dampfdesinfektion. Wer diese Programme nutzen möchte, braucht Wasser am Gerät.

Funktioniert die Wasserversorgung wirklich ohne Pumpe?

Ja. Der Kanister steht oberhalb des geräteseitigen Anschlusses, das Wasser läuft dem Befeuchterkessel allein durch die Höhendifferenz zu. Freigegeben wird der Zulauf ausschließlich durch das ohnehin vorhandene Ventil des Geräts. Es braucht dafür weder eine Pumpe noch eine zusätzliche elektrische Ansteuerung.

Wie oft muss nachgefüllt werden?

Das hängt vom Kanistervolumen und davon ab, welche dampfführenden Programme wie oft laufen. Bei passend gewählter Größe reicht eine Füllung im Regelfall für einen Produktionstag. Der Füllstand wird per Sichtkontrolle geprüft und von Hand ergänzt – eine Füllstandsüberwachung ist nicht Teil des Aufbaus.

Wohin läuft das Tauwasser?

Das Gerät verfügt serienmäßig über einen Tauwasserablauf. In diesem Aufbau wird das Tauwasser in der darunter liegenden Auffangschale gesammelt und von Hand entleert. Ein fester Anschluss an die Abwasserleitung ist dafür nicht zwingend erforderlich, sollte aber im täglichen Ablauf eingeplant werden.

Welche Wasserqualität wird benötigt?

Destilliertes Wasser ist nicht erforderlich. Die Filter- und Enthärtungspatrone sitzt im Maschinenraum des Geräts hinter dem Gitter und arbeitet unabhängig davon, ob das Wasser aus der Festleitung oder aus dem Behälter kommt. Auslegung und Wechselintervall richten sich nach der örtlichen Wasserhärte.

Ist der Aufbau vom Hersteller freigegeben?

Nein. Es handelt sich um eine projektspezifische Praxislösung, die im Feld entstanden ist – nicht um eine serienmäßige oder herstellerseitig freigegebene Ausführung. Technische Eignung, hygienische Anforderungen und Auswirkungen auf Gewährleistung und Betriebssicherheit sind für jedes Projekt einzeln zu prüfen. Verbindlich bleiben die Herstellerdokumentation und die Vorgaben der zuständigen Stellen.

Reicht der Druck aus einem Behälter überhaupt aus?

Ein Meter Höhendifferenz entspricht rund 0,1 bar, ein Behälter auf Arbeitsflächenhöhe liegt also bei etwa 0,08 bis 0,09 bar – deutlich unter dem Druck einer Hausleitung. In der Praxis genügt das. Ein Mindest-Fließdruck ist für den Befeuchteranschluss im Datenblatt nicht angegeben. Wichtiger als der Druck sind bei dieser Lösung kurze, knickfreie Leitungswege und ein ausreichender Querschnitt. Für jedes Projekt prüfen wir die Höhendifferenz am konkreten Standort vorab.

Ist die Lösung über Coldline erhältlich?

Nein. Sie ist nicht Bestandteil des Coldline-Lieferprogramms und dort auch nicht als Zubehör gelistet. Es handelt sich um eine eigene Lösung der Hoffman GKT GmbH, die im Feld entstanden ist. Wir vertreten Coldline in Deutschland und wenden das Prinzip auf Coldline-Geräte an – Umsetzung und Verantwortung liegen dabei ausschließlich bei uns, nicht beim Hersteller.

Lässt sich das Prinzip auf andere Geräte übertragen?

Das Grundprinzip – Wasserbevorratung oberhalb des Geräts statt Festanschluss – ist nicht auf Schockfroster beschränkt. Ob es sich auf ein anderes Gerät übertragen lässt, hängt davon ab, wie dessen Wasserzulauf konstruiert ist und welchen Bedarf die jeweilige Anwendung hat. Das ist im Einzelfall zu bewerten und nicht pauschal zu beantworten.

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Sie planen Cook&Chill an einem Standort, an dem die Infrastruktur nicht mitspielt? Wir schauen uns die Ausgangslage an und sagen offen, was tragfähig ist und was nicht.

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